Cloud-Souveränität & On-Premises

Cloud Backshift-Strategien für technologische Rückbesinnung und architektonische Souveränität.

Cloud Backshift Strategie: Rückverlagerung kritischer Systeme für Datensouveränität und On-Premises-Lösungen
Souveränität & Kontrolle

Cloud-Souveränität & On-Premises-Strategien (Cloud Backshift)

Cloud Backshift beschreibt die bewusste Neuausrichtung von reinrassigen Public‑Cloud‑Modellen hin zu hybriden bzw. on‑premises‑starken Architekturen. Ziel ist es, Datenhoheit, Compliance‑Sicherheit und Kostenkontrolle mit der Innovationsgeschwindigkeit moderner Cloud‑Stacks zu verbinden.

Analyse von Cloud‑Abhängigkeiten, Betriebs‑ & Lizenzkosten
Entwicklung individueller Backshift‑Roadmaps & Workload‑Platzierung
Aufbau automatisierter On‑Prem‑/Private‑Cloud‑Plattformen (z. B. Kubernetes)
Souveräne Hybrid‑Modelle mit nationalen Anbietern
Governance für Datenklassifikation, Sicherheit & Kosten

Warum der Shift: Herausforderungen & Treiber

Regulierung, Datenschutz, Hoheit über Daten

Regulatorische Anforderungen – insbesondere in der EU – machen es erforderlich, dass Organisationen wissen, wo ihre Daten liegen, wer auf sie zugreifen kann und unter welchen Rechtsrahmen das geschieht.

Laut einer Studie von BARC gaben 69 % der befragten Unternehmen an, dass neue gesetzliche Vorgaben der Haupttriebfaktor für den Datensouveränitätsbedarf sind.

Die Studie "The cloud sovereignty nexus" (Wiley, 2024) argumentiert, dass die EU eine Vielzahl an Regelungen und Industriepolitik‑Werkzeugen nutzt, um digitale Abhängigkeiten zu verringern.

Strategischer Anspruch auf Kontrolle und Unabhängigkeit

Für viele Unternehmen geht es nicht nur um Compliance, sondern um digitale Autonomie: Vertrauen darauf, dass Daten, Algorithmen und Infrastruktur im eigenen Einflussbereich bleiben.

Laut RedHat‑Analyse sahen 84 % der befragten Firmen Datensouveränität als zentral für ihre Strategie an.

BCG ("Sovereign Clouds Are Reshaping National Data Security", 2025) betont: Wenn kritische digitale Assets nicht zumindest teilweise lokalkontrolliert sind, entstehen Risiken – insbesondere für Staaten und große Unternehmen.

Public-Cloud-Grenzen & On-Premises- oder Hybrid-Trend

Die klassische Vision "alles in die Public Cloud" wird zunehmend differenziert betrachtet.

Laut BARC planen 19 % der Unternehmen verstärkte Investitionen in On‑Premises-Infrastruktur, und 13 % haben ihre Cloud‑Migration komplett gestoppt oder verlangsamt – primär wegen Souveränitäts‑ und Compliance‑Aspekten.

Lösungsansatz: "Cloud Backshift" – souverän, hybrid, kontrolliert

Der Begriff "Cloud Backshift" steht hier für die bewusste Rück‑ oder Neuausrichtung von reinen Public‑Cloud‑Modellen zu Architekturen, in denen On‑Premises (Eigenbetrieb) oder souveräne Cloud‑Lösungen eine wesentliche Rolle spielen. Dieses Vorgehen zielt darauf ab:

  • Souveränität über Daten, Infrastruktur und Prozesse zurückzugewinnen oder auszubauen.
  • Regulatorischen und geopolitischen Risiken zu begegnen.
  • Flexibilität und Agilität zu behalten, jedoch nicht um den Preis von Kontrollverlust.
  • Langfristige Kosten‑ und Geschäftsmodell‑Stabilität sicherzustellen.

Strategie‑Elemente einer souveränen Cloud‑Architektur

Ermitteln Sie, welche Daten und Workloads kritisch sind – z. B. aus Sicht Compliance, Datenschutz, Betriebsrisiko oder Geschäftsmodell. Eine Studie von A1.digital empfiehlt die gezielte Kombination von Cloud und On‑Premises basierend auf einer solchen Klassifikation.

  • Private Cloud/On‑Premises: Eigene Kontrolle über Hardware, Netz, Sicherheitszonen.
  • Hybrid Cloud: Verbindung von On‑Premises und Public Cloud mit einheitlichem Management.
  • Souveräne Cloud‑Lösungen: Angebote, die speziell auf nationale/regionale Anforderungen ausgelegt sind (GAIA‑X, Sovereign Cloud Stack, etc.).

  • Datenresidenz und Zugriffskontrollen: Wo liegen Daten? Wer hat Zugriff? Welche Rechtsnormen gelten?
  • Transparenz und Auditierbarkeit: Kontrollmechanismen, Nachvollziehbarkeit, Reporting.

  • Verschlüsselung ("Bring Your Own Encryption")
  • Netzwerk‑ und Datenisolierung
  • Zero‑Trust‑Architekturen
  • Betrieb im eigenen Rechenzentrum oder regionaler Cloud

Ein kritischer Punkt bei On‑Premises oder souveränen Clouds ist die Aufrechterhaltung von Skalierung und Wirtschaftlichkeit. BCG weist darauf hin, dass Infrastrukturkosten, Fachkräfteentwicklung und Betriebsmodelle klare Herausforderungen darstellen. Ein hybrider Ansatz kombiniert Kontrolle und Skalierbarkeit.

  1. Bestandsaufnahme bestehender Systeme
  2. Bewertung nach Risiko & Compliance
  3. Architektur‑Blueprint
  4. Technologie‑ und Betriebsmodell definieren
  5. Implementierung & Pilotbetrieb
  6. Monitoring, Governance & Optimierung

Nationale Service-Provider als "verlängerte IT-Abteilung"

Viele Organisationen wollen Souveränität behalten, aber interne IT entlasten. Nationale Anbieter bieten genau das: Rechenzentren nach deutschem Recht, Support in Landessprache und DSGVO‑konforme Service‑Level‑Verträge.

Kosteneffekte laut Studien

  • BARC 2024: 47 % der Unternehmen lagern IT‑Administration an nationale Provider aus.
  • IDC Europe 2024: Nationale Cloud‑Anbieter ermöglichen Compliance‑Erfüllung bei gleichzeitiger Reduktion des In‑House‑Personals.
  • Gartner 2025: Managed‑Service‑Partner senken Personalkosten um 25–40 % bei gleicher Servicequalität.

Typische Aufgaben, die ausgelagert werden können

Kategorie Auslagerbar Beispiele
Hardware-Wartung & Lifecycle Provider stellt Hardware & Energieversorgung
Virtualisierung / Container-Betrieb teilweise Managed Kubernetes, VM-Provisionierung
Monitoring & Incident Response 24/7 SOC/NOC-Dienste
Backup & Disaster Recovery Replikation in zweites deutsches RZ
Identity & Access Management gemeinsam Provider betreibt IAM, Policy bleibt intern
Software-Deployment & Updates optional je nach Kritikalität
Governance & Security-Audits intern bleibt Unternehmensaufgabe

Wirtschaftlicher Vergleich

Kostenfaktor Eigenbetrieb Managed On‑Prem / Nationale Cloud
CAPEX Hoch Gering (Provider stellt bereit)
OPEX Stabil Planbar über SLAs
IT-Personalbedarf Hoch Reduziert
Compliance-Kosten Intern Geteilt
Skalierbarkeit Begrenzt Hoch

Laut BARC‑ und Gartner‑Analysen sinken die Betriebskosten um 30–50 % im Vergleich zu reinem Eigenbetrieb.

Kosten & Manpower: On‑Premises vs. Cloud

On‑Premises bindet Personal in Betrieb, Patching, Hardware‑Lifecycle und physische Infrastruktur. In Cloud‑Umgebungen entfallen Teile davon, jedoch entstehen neue Rollen für Cloud‑Ops, Kosten‑Governance, Security und Plattform‑Engineering. Der Personalbedarf sinkt selten auf Null – er verlagert sich.

Bereich On‑Prem (Eigenbetrieb) Managed On‑Prem / Nationale Cloud
Hardware & Infrastruktur Beschaffung, RZ, Strom/Kühlung intern Provider stellt & wartet Infrastruktur
Betrieb & Monitoring Eigene Admin‑Teams, 24/7‑Bereitschaft Shared Responsibility, SLA‑gestützt
Compliance & Sicherheit Audit, ISMS, Härtung intern Provider‑Basis + interne Governance
Personalkosten Höher, aber stabil planbar Reduziert, durch SLAs kalkulierbar

Nationale Partner einbinden

Nationale Managed‑Service‑Provider ermöglichen Datenresidenz in der EU, klare Rechtsrahmen und Entlastung operativer Aufgaben – ohne die Souveränität über Architektur und Richtlinien aufzugeben.

Unser Vorgehen

  1. Discovery & Analyse: Workload‑Inventar, Datenklassifikation, Compliance‑Gap‑Analyse
  2. Zielarchitektur: Hybrid‑Blueprint, Policies für Platzierung, Verschlüsselung & Zugriffe
  3. Implementierung: Automatisierte Plattform (Kubernetes, GitOps, Observability)
  4. Betriebsmodell: Rollen, SLAs, Kosten‑Controlling, Security‑Ops
  5. Optimierung: Monitoring, Audits, FinOps, Kapazitäts‑ & DR‑Tests